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Bei der Teilnahme an der OFFENEN BÜHNE FÜR LAIEN im Kaffeehaus fanden die Beiträge
von Margarethe
Preiß so großen Anklang, dass sie dort bald ein komplettes, viel
umjubeltes Solokonzert vor vollem Haus aufführen konnte. Aber sie zieht es vor,
zusammen mit Kollegen aufzutreten - so wie heute.
Die
spätberufene Musikerin aus der Schule des vielseitigen Interpreten Robert Dawo,
mit dem sie gelegentlich an selber Stelle agiert, interpretiert mit ihrer
warmen und ausdruckvollen Stimme gefühlvolle Balladen deutscher Liedermacher
wie Reinhard Mey, Klaus Hoffmann, Hannes Wader, Mario Hene u.a. - und
weiß, diese gekonnt mit lyrischen Texten zu verbinden.
Berthold
Hemmen, Pianist und heute
ausnahmsweise auch mal wieder Vokalist, liebt wie seine Kollegin das Musizieren
mit anderen („Inside Out", mit Freunden von „Chorwurm", mit
„Fisherman" etc.). Nur wenn die Location stimmt und sich verzauberbare
Seelen einfinden, greift der Mitbetreiber des „Kaffeehauses" auch schon
mal als Solist in die Liederkiste, um den ehrwürdigen Werken renommierter Chansonniers,
die ihm besonders am Herzen liegen, seine persönliche Note zu verleihen. Eine
solche Spielstätte ist für ihn die „Gudd Stubb" des Kaffeehauses.
Mit
einer Auswahl der liebenswertesten Chansons von Mey, Hoffmann und Wartke wird
B. Hemmen beim heutigen Konzert aus der Seele sprechen lassen.
Die
Interpretationen von Margarete Preiß und Berthold Hemmen (vielleicht das ein
oder andere auch im Duett) sind weniger traurig als hoffnungsvoll, weniger
plakativ düster als subtil komisch; doch auch die reine Nostalgie bekommt ihren
Raum, wenn die gereiften „Musikmenschen" nach sentimentalen
Übereinstimmungen in den Herzen des Publikums fischen; dann reiht man bewusst
die hohe Kunst hinter jenen Erinnerungen ein, die oftmals nur allzu gern als
die „besseren Zeiten" verspottet werden! Und bald wird spürbar, dass diese
Erinnerung ein vorzügliches Instrument ist, um den Krankheiten der Gegenwart zu
Leibe zu rücken.
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